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Astronautin Insa Thiele-Eich im Porträt: Beitragsbild Die erste deutsche Astronautin | moment by moment 04/2020 Trauma und Transformation

Die erste deutsche Frau im All?

Dr. Insa Thiele-Eich wollte schon als Kind Astronautin werden – und wenn alles nach Plan läuft, ist sie Mitte 2021 die erste Deutsche im Weltall. Wie eine Bonner Meteorologin an ihre Grenzen geht und damit vielen Mut macht, über sich hinauszuwachsen.

Text: Miriam Münch
Bild: Geza Aschoff

Wie, Frauen können das auch?“ Wenn ihr diese Frage gestellt wird, würde sich Insa Thiele-Eich am liebsten aus der Diskussion ausklinken. Seit sie 2017 unter 400 Bewerberinnen für eine privat finanzierte Wissenschaftsmission ins All ausgewählt wurde, gehören öffentliche Auftritte zu ihrem Job – und die Frage lässt meist nicht lange auf sich warten. Die 37-jährige Meteorologin ist Profi und begegnet Zweifeln an ihrer Weltraumtauglichkeit mit Humor und rheinischer Gelassenheit. Dabei ist ihre Haltung klar: „Dass überhaupt die Eignung von Frauen für wissenschaftliche Arbeit im All zur Debatte gestellt wird, erscheint mir absurd.“

Eine Frau mit einer Mission

Dr. Insa Thiele-Eich hat eine Mission: Sie will die erste Deutsche im All sein. Zwar ist die Zahl der Menschen, die bereits den Planeten Erde verlassen haben, mit 900 nicht so gering, dass nicht längst eine Astronautin aus Deutschland hätte darunter sein können. Immerhin war in den letzten Jahren jede sechste Person im Weltall weiblich. Mit Valentina Tereschkowa schickte die Sowjetunion bereits 1963 die erste Kosmonautin ins All. 20 Jahre später zogen die USA mit Sally Ride nach. Nur die elf deutschen Astronauten waren ausschließlich Männer. Einer davon: Insa Thiele-Eichs Vater, Gerhard Thiele, der 2000 die Erde umrundete. Thiele-Eich erklärt: „Tatsächlich wollte ich schon immer Astronautin werden. Ich bin selbst überrascht, dass es noch möglich ist, die erste deutsche Frau zu sein. Das ist der eine Teil meines Jobs, den ich von Herzen gern annehme. Es nervt mich nämlich, dass ich, wenn ich einen Kindergeburtstag zum Thema Raumfahrt organisiere, als Deko nur männliche kleine Astronauten kaufen kann.“

Astronautin und Mutter

Dass Thiele-Eich sich an den Astronautenmännchen so sehr stört, hängt mit ihren Erfahrungen als Jugendliche in der Raumfahrt-Community in Texas zusammen. Dorthin war die Familie in den 90er-Jahren für das Astronautentraining des Vaters umgesiedelt. Die Selbstverständlichkeit, mit der dessen Kolleginnen Astronautin und Mutter waren, hat Thiele-Eich stark geprägt. Dass nur Männer zu den Sternen fliegen können – auf diese Idee wäre die junge Insa, während sie auf die Kinder der Astronautinnen aufpasste, gar nicht gekommen. Bis heute zählt sie die Raumfahrerinnen Heide Stefanyshyn-Piper und Laurel Clark zu ihren Vorbildern, „weil sie ganz natürlich vorgelebt haben, was ich möchte: Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Es ist anstrengend, zu den Ersten zu gehören. Dann hilft es, zu sehen, dass andere das schon vor dir hinbekommen haben. Das hat mir viel Kraft gegeben.“ Dass Laurel Clark tragischerweise beim Columbia-Unglück 2003 ums Leben kam, ist für sie kein Grund, von ihrem Traum abzurücken. Sie kennt die Gefahren, als Naturwissenschaftlerin hat sie die statistischen Risiken berechnet.

Diese Leseprobe endet hier. Möchten Sie den vollständigen Beitrag über Insa Thiele-Eich lesen? Unsere Ausgabe “Trauma und Transformation. Wie wir über uns selbst hinauswachsen” können Sie bequem online bestellen.

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Dieser Artikel stammt aus der Winter-Ausgabe 04/2020: Trauma und Transformation. Wie wir über uns selbst hinauswachsen.

„Man kann vieles lernen, auch wenn man denkt, man hat Angst.”

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