Gelassenheit wird gern mit Gleichgültigkeit verwechselt. Dabei ist sie das Gegenteil: „Gelassenheit heißt, dass man nicht versucht, die Situation zu manipulieren, und dass man sich voll mit ihr auseinandersetzt.” Nicht wegsehen also, sondern hinsehen, ohne sofort eingreifen zu müssen.
Diese 69 Zitate aus moment by moment handeln von Gelassenheit und Loslassen, von Akzeptanz und Geduld, und vom Umgang mit Stress, der sich nicht wegatmen lässt. Sie stammen von Meditationslehrerinnen, Psychologen und Philosophen aus unseren Heften seit 2016, jeweils mit Ausgabe und Seitenzahl belegt.
Loslassen ist keine Technik
Auffällig ist, wie selten in diesen Sätzen ein Rezept steht. „Wenn du ein wenig loslässt, wirst du ein wenig Freude haben. Wenn du viel loslässt, wirst du viel Freude haben. Und wenn du ganz loslässt, wirst du frei sein.” Das ist keine Anleitung, sondern eine Beobachtung. Loslassen lässt sich nicht erzwingen; man kann nur aufhören, festzuhalten.
Ein zweiter roter Faden: Gelassenheit heißt nicht, dass nichts mehr wehtut. Mehrere Zitate beschreiben eher eine Beweglichkeit: „nicht wie ein Baum gegen den Orkan stemmen, sondern eher wie ein Bambus in ihm biegen”. Resilienz liegt in dieser Flexibilität, nicht in der Härte.
69 Zitate über Gelassenheit und Loslassen
Wenn der Stressimpuls kommt, gilt es innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und Raum zu schaffen. Nur dann kann ich offen bleiben, kreativ denken und besonnen handeln.
Mit der Erweiterung unseres inneren Raumes hören wir gleichzeitig auf, uns ständig Sorgen zu machen.
Ist das Motivationssystem im Gleichgewicht, stellt sich eine bedingungslose Zufriedenheit ein, die es uns erlaubt, innezuhalten, müßig zu sein und uns für unser Innenleben zu öffnen.
Um gelassener zu werden und mehr mit uns und unseren Kindern verbunden zu sein, kann es sehr hilfreich sein, zu erkennen und zu akzeptieren, dass wir immer wieder keine Ahnung haben.
Gelassenheit als innere Grundhaltung können wir lernen und einüben. Eine Methode besteht darin, aus allem das Beste zu machen.
Engagierte Gelassenheit ist die Kunst des Brennens, ohne auszubrennen – die Fähigkeit zur Seelenruhe Inmitten leidenschaftlicher Hingabe.
Wer wachsen will, muss Altes loslassen können, um sich wieder neu mit sich selbst und anderen zu verbinden.
Zwischen unserer Vorstellung und dem, was wirklich passiert, gibt es unendlich viele Möglichkeiten.
Erfahrungen sind nur Erfahrungen. Es kommt darauf an, wie wir sie bewerten.
Auf unseren Reisen war mir klar geworden, dass Ruhe und Frieden nichts mit den schönsten Plätzen der Erde oder den interessantesten Ereignissen zu tun haben. Sie sind nur im eigenen Herzen zu finden.
Gelassenheit heißt, dass man nicht versucht, die Situation zu manipulieren, und dass man sich voll mit ihr auseinandersetzt. Und manchmal heißt es, dass man schnell handeln muss. Oder es langsam angeht.
Du bist der Himmel. Alles andere ist nur das Wetter.
Wenn du ein wenig loslässt, wirst du ein wenig Freude haben. Wenn du viel loslässt, wirst du viel Freude haben. Und wenn du ganz loslässt, wirst du frei sein.
Alles was dir Probleme bereitet, alles, was dich irritiert, das ist dein Lehrer.
Sei ruhig, freundlich und klar. Dies ist das Wertvollste, was wir Menschen lernen, lehren und meistern können.
Wir glauben oft, dass uns etwas hilft, was uns aber in Wirklichkeit schadet.
Alles, was im Kern nicht unabdingbar zu uns gehört, hat für uns und unser Leben nur eine relative Bedeutung. Diese kann groß sein, ist aber nicht absolut.
Nach meiner Erfahrung ist es hilfreich, alle Aber zu definieren und ernsthaft anzuschauen. So wird aus jedem Aber eine Aufgabe.
Da gibt es kein Messen mit der Zeit, da gilt kein Jahr, und zehn Jahre sind nichts, Künstler sein heißt: nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Geduld ist alles!
In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung.
Wenn ich in Kontakt mit der Erfahrung bin, Raum in mir habe und klar bleibe, ist es Gelassenheit. Wenn ich aus dem Kontakt rausgehe, weil mich das nichts mehr angeht, weil ich nicht mehr auf die Erfahrungen eingehe, ist es Gleichgültigkeit. Der Unterschied liegt darin, ob ich in Kontakt mit der direkten Erfahrung bin oder nicht.
Es geht nicht darum, Angst, Verwirrung oder Wertung loszuwerden oder sich ständig zu sagen: „Ich will nicht wertend sein, ich hasse meine Angewohnheit, alles zu bewerten.“ Das ist ja noch mehr Bewertung.
Wenn wir uns den Dingen, wie sie sind, zuwenden, können wir in uns während unseres gesamten Lebens verborgene Dimensionen, zu lernen, zu wachsen, zu heilen und uns zu transformieren, entdecken.
Lass los! Aber gib nicht auf! Nutz jedes Erlebnis, egal ob leicht oder schwer. Es hilft dir, zu wachsen und voranzugehen.
Mit Habenwollen und Nichthabenwollen weise umzugehen, ist zentral, wenn ich mehr innere Freiheit erfahren möchte.
Im Prinzip gilt: Je mehr subjektive Freiheit ich empfinde, umso zufriedener bin ich.
Gelassenheit geht oft mit einer inneren stillen Freude oder Heiterkeit einher, die nicht davon abhängig ist, wie sich das Leben in diesem Augenblick präsentiert.
Alles ändert sich ständig, einschließlich dem, was gerade als Antwort auf den Moment angebracht ist.
Wir müssen lernen, uns nicht so vor Schmerz zu fürchten, sondern ihn mehr als einen zu erwartenden Teilnehmer des Lebens zu begrüßen.
Es ist ganz wichtig, zu verstehen, dass körperliche und auch emotionale Schmerzen unsere Aufmerksamkeit magnetisch anziehen. Das Problem dabei ist, dass alles, was neutral oder positiv ist, ausgeblendet wird. Du vergisst, dass 90 Prozent deines Körpers schmerzfrei sind.
Es geht nicht nur darum, die Stürme des Lebens stoisch über uns ergehen zu lassen. Stattdessen wollen wir lernen, im Regen zu tanzen, und in den Herausforderungen, vor denen wir stehen, Freude und Wachstum zu finden.
Lebe einfach. Ein einfaches Leben ist sehr hilfreich. Zu viel Luxus ist ein Hindernis für die Praxis.
Die Wurzel des Leids hat oft damit zu tun, dass das, was gerade erlebt wird oder bevorsteht, nur schwer akzeptiert werden kann.
Je weniger Angst man haben will und je stärker man Angst vermeidet, desto größer kann sie werden.
Ich finde erst dann Gelassenheit, wenn ich akzeptiere, dass diese Personen, Orte, Sachen oder Situationen genauso sind, wie sie in diesem Moment sein sollen.
Aber die Welt, wie sie ist, ist die Welt, auf die wir reagieren, mit der wir leben müssen. Und Improvisation, die Kunstform des Lebens, ist die Reaktion auf das, was man vor sich sieht.
Zunächst begegnen wir der Realität mit Ungläubigkeit und Verdrängung, ehe wir uns ihr ernsthaft nähern, uns anpassen, an die neue Lage gewöhnen und vielleicht sogar lange durchhalten – bis wir eines Tages mehr oder minder ängstlich feststellen, dass vieles noch ganz anders kommen wird.
Die Unruhe unserer Abneigungen und Vorlieben im Zusammenspiel mit dem permanenten Fluss unserer eigenen Ideen und Vorstellungen, die auf permanenten Unterscheidungen beruhen, versperren uns die Sicht auf die „wahre Natur“ der Dinge und unseres Lebens.
Eine Krise ist stets verbunden mit einer Situation der Entscheidung.
Manches verändert sich schnell und unerwartet, manches langsam und schleppend, manches unerwartet gut, manches disruptiv und auf verstörende Weise. Doch es gibt nichts, was der Veränderung selbst auf Dauer entkommen würde.
Suche keinen Ruhm. Mach keine Pläne. Lass dich nicht vom Tun einnehmen. Denk nicht, du weißt. Nimm alles wahr und verweile im Unendlichen. Wandere, wo kein Weg ist. Sei alles, was der Himmel dir gegeben hat, aber handele, als hättest du nichts erhalten. Sei leer, das ist alles.
Wenn du denkst, dass du tiefen Gleichmut gefunden hast, dann fahr nach Hause und verbring eine Woche mit deiner Familie!
Reich zu sein, kann bedeuten, immer mehr zu haben oder immer weniger zu brauchen.
Wir alle sind in ein Leben geworfen, wo wir vieles nicht in der Hand haben, doch zugleich sind wir frei im Umgang mit dem, was ist.
Ohne Krisen bräuchten wir keine höheren Bewusstseinsfunktionen, weil in diesen Situationen innovative Problemlösungen und Anpassungsleistungen gefragt sind.
Ich glaube nicht an positives Denken, sondern an realistisches Denken.
Je länger wir die Krise vermieden haben, je länger wir in der Unzufriedenheit verharrt haben, ohne wirklich etwas zu verändern, umso heftiger schüttelt uns die Krise.
Wir hängen in unserer Kultur so sehr an dem verrückten Glauben, dass wir uns ständig wohlfühlen sollten. Das ist lächerlich. So ist das Leben nicht, es ist nicht immer angenehm.
Emotionale Reaktionen dauern nicht ewig, sondern klingen in der Regel relativ schnell wieder ab, sofern wir sie nicht mit entsprechenden Gedanken oder Überzeugungen immer wieder anheizen.
Der entscheidende Punkt ist, dir bewusst zu machen, dass Angst ein Spektrum ist. Es ist eben kein Gefühl, das an oder aus ist, sondern ein Kontinuum. Das reich von einem gesunden Respekt, den du nie verlieren solltest, bis zur Panik, die dich eher zurückwirft und dir nichts bringt. Es ist wichtig, sich nicht zu überfordern.
Ich glaube nicht ans Zurückgehen. Es geht immer nur voran.
Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele ihr Leben damit verbringen, immer mehr zu wollen – und dabei vergessen, dass „mehr“ kein Selbstzweck ist.
Wenn es deinem Herzen gleich ist, ob du kommst oder gehst, bist du angekommen.
Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großes Glück.
Auch wenn du allen Glück wünschst, wird das nicht immer eintreten. Akzeptiere das, aber gib nicht auf. Sogar Hindernisse und Schwierigkeiten können wunderbare Lehrer sein.
Nichts ist perfekt – wir genauso wenig wie die anderen, das Leben oder die Welt. Leid ist unvermeidlich. Wenn wir diese Lebensrealität anerkennen – anstatt sie zu ignorieren, abzuwehren oder zu verdrängen –, können wir Wege finden, klug und mitfühlend damit umzugehen.
Resilienz hat ein Ziel: uns überlebensfähiger und in einem umfassenden Sinn reifer und menschlicher werden zu lassen.
Wir sollten uns nicht wie ein Baum gegen den Orkan stemmen, sondern eher wie ein Bambus in ihm biegen, sodass wir nicht brechen. Resilienz liegt in dieser Flexibilität.
Zuversicht entsteht nicht aus Illusionen, sondern aus einer realistischen, selbst gewählten Perspektive. Sie gibt uns Richtung – und Halt.
Vor der Angst zu fliehen, bedeutet nur, sie zu verstärken.
Die vielleicht wichtigste Lehre, die Wabi-Sabi für unseren Umgang mit Vergänglichkeit bereithält, ist die Weisheit der Akzeptanz.
Der einzige Weg, Wandel zu verstehen, ist, in ihn einzutauchen, sich mit ihm zu bewegen und am Tanz teilzunehmen.
Echte Transformation lässt sich nicht von ihrem Preis trennen: von Übergängen, Zwischenzuständen und Ängsten, dort hängen zu bleiben und in einem Nichtmehr-und-noch-nicht-Zustand leben zu müssen.
Zuversicht ist nichts, was einfach da ist, sondern etwas, das man bewusst kultivieren muss – trotz all der Krisen, der Nachrichten und der täglichen Katastrophenmeldungen.
Es gibt nichts, was von Natur aus wütend oder traurig oder stolz oder fröhlich ist. Es sind nur Etiketten für einen Zustand, den wir selbst erzeugen. Und dafür müssen wir Verantwortung übernehmen – so wie ich als Schauspieler.
Transformation ist kein Zielzustand ist. Sie ist ein fortlaufender Prozess. Leben bedeutet Veränderung – und die Frage ist, wie wir lernen, bewusst damit umzugehen.
Glaube nicht alles, was du denkst.
Über die Geduld // Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen – und dann gebären… Reifen wie ein Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch! Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit… Man muss Geduld haben, gegen das Ungelöste im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.
Häufige Fragen
Wie werde ich gelassener?
Die hier zitierten Fachleute nennen übereinstimmend zwei Wege: wahrnehmen, was gerade ist, bevor man reagiert, und akzeptieren, was sich nicht ändern lässt. Gelassenheit als Haltung, schreibt einer von ihnen, lässt sich lernen und einüben; eine Methode bestehe darin, aus allem das Beste zu machen.
Ist Gelassenheit dasselbe wie Gleichmut?
Nah verwandt, aber nicht gleich. Gleichmut ist der buddhistische Fachbegriff für eine Ausgeglichenheit, die alle Erfahrungen gleichermaßen zulässt. Gelassenheit ist der alltagssprachliche, wärmere Begriff, und er geht laut mehreren Zitaten oft mit einer stillen Heiterkeit einher.
Weitere Zitate nach Thema
Das vollständige Archiv mit allen 817 Zitaten finden Sie in der Übersicht Achtsamkeit: Sprüche und Zitate.