Wertschätzung beginnt nicht beim Lob, sondern beim Hinsehen. Wer einem anderen Menschen wirklich zuhört, ohne schon die eigene Antwort zu formulieren, schenkt ihm etwas, das sich mit keiner freundlichen Floskel ersetzen lässt: Aufmerksamkeit. Genau hier berühren sich Achtsamkeit und Wertschätzung: beide sind eine Form von Zuwendung, die nichts will.
Die folgenden 89 Zitate stammen aus Interviews und Beiträgen in moment by moment seit 2016. Es sind keine anonymen Netzfundstücke, sondern Sätze von Meditationslehrerinnen, Psychologen, Philosophinnen und Ärzten, die mit unserer Redaktion gesprochen haben, jeweils mit Ausgabe und Seitenzahl belegt. Sie kreisen um Empathie und Mitgefühl, um Freundschaft und Verbundenheit, um das Zuhören und um die Frage, wie wir einander begegnen, wenn es schwierig wird.
Was Wertschätzung mit Achtsamkeit zu tun hat
Mitgefühl lässt sich üben wie ein Muskel, das ist inzwischen gut belegt. Studien zum Mitgefühlstraining zeigen, dass sich schon nach wenigen Wochen der Umgang mit konfliktbehafteten Beziehungen verändert. Der Weg dorthin führt allerdings nicht über gute Vorsätze, sondern über Wahrnehmung: Erst wer bemerkt, wie er auf sein Gegenüber reagiert, kann etwas anderes wählen als die alte Reaktion.
Ein zweiter Gedanke zieht sich durch viele dieser Zitate: Wertschätzung für andere und Wertschätzung für sich selbst sind nicht zu trennen. „Wenn dein Mitgefühl dich selbst nicht einschließt, ist es unvollständig”, heißt es in einem der Sätze weiter unten. Wer damit weitergehen möchte, findet das auf unserer Seite zu Selbstliebe und Selbstfürsorge.
89 Zitate über Wertschätzung, Empathie und Verbundenheit
Was spielt sich in mir ab, wenn ich einem Menschen gegenübersitze und zuhöre oder spreche? Was nehme ich auf der Ebene der Körperempfindungen oder emotional wahr? Dass ich da präsent bin und das auch erst mal wahrnehmen darf, ohne gleich zu reagieren. Auch an diesen Reiz-Reaktions-Mustern setzt Achtsamkeit an.
Toleranz ist ein schwacher Begriff. Ich toleriere, weil ich nichts dagegen tun kann, und ich muss es auch nicht mögen. Aber ist das die Art von Beziehung, die wir uns zwischen Menschen wünschen?
Wir leben nicht, um zu existieren, sondern um zu geben, zu bereichern. Wenn du nicht wenigstens einem Menschen in deinem Umfeld Freude schenkst, lebst du nicht wirklich.
Wir können uns Vorurteile oder Vorbehalte gegenüber anderen bewusst machen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Motivation und Bereitschaft, an sich zu arbeiten.
Freundschaften werden getragen von dem Wunsch, dass es dem anderen gutgehen möge. Ihr Nährboden ist Großzügigkeit, Vertrauen, Interesse und Mitgefühl. In guten und in schlechten Zeiten.
In unserer heutigen Zeit, in der die Anonymisierung in den großen Städten zunimmt, werden Freundschaftsbande immer wichtiger. Sie schützen vor Vereinsamung, geben Halt in schweren Zeiten und stärken die Abwehrkräfte von Körper und Seele.
Die gute Nachricht ist, dass wir unser Fürsorgesystem und weises Mitgefühl wie einen Muskel trainieren können.
Einsamkeit signalisiert unserem Organismus, dass wir nach freundlicher Verbundenheit hungern. Wir berühren damit unsere Verletzlichkeit und Interdependenz.
Räume wirklichen Zuhörens erlauben es, aus dem Schlagabtausch von Meinungen und polarisierten Sichtweisen auszusteigen und den „Kampfmodus“ hinter sich zu lassen.
Wer wären wir, wenn wir kein Mitgefühl für jene aufbringen könnten, die nicht zu uns gehören? Wer wären wir, wenn wir nicht lernen könnten? Wenn wir nicht verzeihen könnten? Wenn wir nicht etwas anderes werden könnten, als wir sind?
Ich bin durch dich so ich“ beschreibt das Wesen der Liebe und damit das Wesen unserer Existenz. Wenn wir einander lieben, können wir diese Wahrheit auf eine nährende, heilsame Weise erfahren.
Es ist wichtig, dass wir uns besser zuhören und kennenlernen, denn die Geschichten, die wir über uns und andere im Kopf haben, prägen unsere Sicht auf uns und die Welt.
Leben wir unsere Verbundenheit, unser Einssein in der Verschiedenheit – tun wir unser Bestes – und dann lassen wir los, voller Vertrauen.
Unser ganz alltägliches individuelles Leben ist tief und unlösbar verbunden mit dem Leben der anderen. Verbundenheit ist nicht nur ein Gefühl, es ist eine Tatsache, wie wir es in dieser globalisierten, vernetzten Welt jeden Tag aufs Neue konkret erfahren können.
Gießen wir die Blumen der liebenden Güte und des Mitgefühls in uns und anderen, dann entziehen wir gleichzeitig dem Unkraut der Wut, der Eifersucht und der falschen Wahrnehmungen Energie.
Miteinander diesen Weg zu gehen, sich zu vergewissern, wo man sich gerade befindet, und zu entscheiden, wohin die Reise gehen soll – das schafft tiefe Verbundenheit und Gemeinschaft.
Fragen Sie sich, was in Ihrer Beziehung gerade richtig gut läuft. Was Sie von Ihrem Partner besonders schätzen und vermissen würden, wenn er längere Zeit verreist wäre.
Blicke einem Fremden in die Augen und entdecke, dass es keine Fremden gibt.
Das Beste an der Katastrophensituation ist, dass sie wirklich das tiefste Mitgefühl im menschlichen Herzen und in der Gesellschaft weckt.
Ihr werdet euch näherkommen und plötzlich werdet ihr nicht mehr zwei sein, sondern eins. Ihr werdet die Welt des anderen betreten. Ein Neuanfang ist also eine Möglichkeit, die Beziehung zu eurem Partner, euren Kindern und euren Eltern zu verbessern.
Liebevolle Güte, Mitgefühl und Erkenntnis – das ist das Allerwichtigste im Leben.
Wer einem Gegenüber mit Offenheit, Neugierde und ohne vorschnelle Bewertung begegnen kann, verändert die Qualität des Kontakts.
Mögen alle Wesen umsorgt und geliebt werden, möge es geschehen, dass ihnen zugehört wird, dass sie verstanden und anerkannt werden, trotz unterschiedlicher Ansichten, dass sie so akzeptiert werden, wie sie in diesem Moment sind, dass man Geduld mit ihnen hat, dass sie ohne Angst leben dürfen, getötet zu werden oder dass ihr Körper verletzt wird. Mögen alle Wesen im umfassendsten Sinne gesund bleiben, ernährt werden, gekleidet sein, so behandelt werden, als ob ihr Leben kostbar wäre, in den Augen der anderen zur Familie gehören. Mögen alle Wesen Anerkennung finden, sich überall auf der Erde willkommen fühlen, von Hass und Verzweiflung einschließlich Krieg, Armut, Sklaverei und Kriminalität befreit werden, auf der Erde leben mit einem Dach über dem Kopf und vor Schaden geschützt sein, das bekommen, was sie brauchen, um voll und ganz zu leben, ohne Mangel, das Leben genießen und ohne Angst voreinander leben, in der Lage sein, frei mit einer Stimme und aus einem Geist unbestreitbarer Liebe zu sprechen. Mögen alle Wesen die Gaben des Lebens empfangen und teilen, Zeit bekommen, um zu ruhen, still zu sein und Stille zu erfahren. Mögen alle Wesen wach sein.
Menschliche Interaktionen gehen weit über die verbale Kommunikation hinaus: Nonverbale und körperliche Elemente spielen eine wichtige Rolle für die Verbundenheit.
Studien haben gezeigt, dass Entzündungsreaktionen im Körper bei Infektionskrankheiten weniger intensiv ablaufen, wenn wir direkte soziale Unterstützung, das heißt echte Nähe zu anderen Menschen haben. Wir vermuten, dass das auch für Angststörungen und Depressionen gilt.
Wenn wir zwei Menschen mit komplexen inneren Problemen zusammenbringen, wird die Komplexität exponentiell erhöht. Und wenn man sie in ein Umfeld bringt, in dem nicht nur zwei, sondern acht Milliarden Menschen sind, wird es noch viel komplexer.
Wir müssen zuhören lernen, was die Welt braucht. Auch gesellschaftlich gesehen brauchen wir eine Hörschulung, nicht nur in der Musik.
Wenn das Mitgefühl, die Gerechtigkeit und die Befreiung nicht in uns selbst zum Leben erwachen – wo könnten sie es sonst?
Herzensgüte und Mitgefühl sind Ausdruck unserer wahren Natur. Dank dieses Potenzials können wir lernen, uns – und anderen – von innen heraus Gutes zu tun und Frieden zu schenken.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass wir unser eigenes Handeln durch die Brille unserer Absichten sehen, die Handlungen anderer aber anhand der Auswirkungen beurteilen?
Wenn wir Heimat in uns selbst finden, können wir auch anderen Heimat geben. Meine Erfahrung und meine Praxis öffneten mein Herz weit für andere, die die Erfahrung gemacht hatten, nicht dazuzugehören, ausgeschlossen zu sein und sich in einer fremden Kultur und Sprache zu bewegen.
Wenn wir begreifen, dass die Handlungen der anderen außerhalb unserer Kontrolle liegen, können wir ihnen weiterhin unsere Liebe und unser Mitgefühl entgegenbringen, empfinden aber keine Ablehnung gegen sie oder uns, weil wir sie nicht glücklich machen oder heilen können.
Die körperliche Interaktion mit anderen Menschen führt auch in die Verwandlung, denn es umfasst ein Potenzial in der Zukunft, das bei individuellen Praktiken nicht so stark angesprochen wird.
Oft ist das größte Hindernis für das Empfinden von Verbundenheit, dass man sich selbst die ganze Zeit verbinden will. Die Verbundenheit, die wir suchen, ist schon da. Wir dürfen ihr nur nicht ständig im Weg stehen.
Am wichtigsten ist, zu verstehen, dass die Kultivierung von liebender Güte und Mitgefühl nicht das ist, wofür wir sie vielleicht halten. Es geht nicht darum, einfach nachzugeben und zu sagen: „Es ist okay“, denn das ist es nicht.
Wenn wir lieben, sinkt unser elektrischer Hautwiderstand und wir werden im wahrsten Sinne des Wortes berührbar. Unsere Haut verfügt über spezielle Nervenfasern, die auf direktem Wege Oxytocin freisetzen, das deshalb auch als Kuschelhormon bezeichnet wird.
Eine liebevolle Berührung ist die intimste und schönste Art, Liebe zu zeigen, egal ob Agape oder Eros ihre Finger im Spiel haben.
Was die Sonne nie sagt Selbst nach all dieser Zeit sagt die Sonne nie zur Erde: „Du stehst in meiner Schuld.“ Schau, was eine solche Liebe bewirkt – sie erleuchtet den ganzen Himmel.
Gesteh es ein: Zu jedem, den du siehst, sagst du: Liebe mich! Natürlich sprichst du es nicht laut aus, sonst würde jemand die Polizei rufen. Aber denk nach über dieses große Verlangen in uns, in Verbindung zu sein. Warum wirst du nicht zu dem, der mit einem Vollmond in jedem Auge lebt und in seiner mondsüßen Sprache stetig sagt, was jedes andere Auge der Welt sehnlichst hören möchte?
Jenseits von Richtig und Falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.
Präsent sein ist grundsätzlich der Schlüssel, um gesunde und stabile Beziehungen, in denen alle einander unterstützen, zu schaffen.
Noch wichtiger als eine Rosine oder die Blumen eines Gartens neu zu entdecken, wäre es, auf die uns umgebenden Menschen immer wieder einmal einen Blick zu werfen, als ob wir sie noch nie gesehen hätten.
Menschen neigen dazu, ihre Bewegungen unbewusst aufeinander abzustimmen. Diese Empathie fördert die nonverbale Synchronizität und stärkt das Gefühl von Verbindung und Zugehörigkeit.
Gerade Mitgefühlsmeditation stärkt die Fähigkeit, Konflikte besser zu lösen und einander näherzukommen.
In allen Studien zeigte sich, dass Mitgefühlstraining sich positiv auf konfliktbehaftete Beziehungen auswirkt. So führte es etwa dazu, dass Teilnehmer nach dem Meditationstraining mehr Mitgefühl für schwierige Menschen am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld hatten.
Besonders unsere sozialen Kontakte tragen dazu bei, die körperliche und mentale Gesundheit zu fördern.
Wenn ich täglich die Erfahrung mache, dass mir jemand zuhört und nicht urteilt und ich auch zuhören kann, ohne zu urteilen, führt dies zur Reduktion des sozialen Stresses.
Ich glaube, jeder Vater, jede Mutter würde sagen: „Natürlich ist Liebe und Vertrauen sehr wichtig für meine Beziehungen und meine Familie.“ Nur wenn man dann in die Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft geht, darf man über Liebe oder solche Dinge nicht wirklich sprechen.
Verstehen, das wesentlich zur Kommunikation dazugehört, ist weitaus mehr als ein Austausch von Information. Jeder Mensch, der schon mal ein Beziehungsproblem hatte, weiß das.
Vertrauen ist wie die Luft zum Atmen. Solange alles in Ordnung ist, bemerken wir sie gar nicht.
Auf der Seite des Gebens geht die Kunst des Schenkens in der Liebe am weitesten, wenn der Schenkende sich selbst und sein Leben als Freudengeschenk für den anderen versteht, ein Zeichen leidenschaftlicher Hingabe. Auf der Seite des Nehmens geht die Kunst des Schenkens in der Liebe am weitesten, wenn das Geschenk gerne entgegengenommen wird.
Ohne Freundschaft ist das Leben nichts.
Verletzlichkeit ist der Kern, das Herzstück und das Zentrum bedeutsamer menschlicher Erfahrungen. Um Verbindung entstehen zu lassen, müssen wir zulassen, dass wir wirklich gesehen werden.
Liebe ist der Wunsch, dass alle Wesen glücklich sind. Und Mitgefühl ist der Wunsch, dass sie frei von Leiden sind. Wenn Liebe auf Leiden trifft und liebevoll bleibt, ist das Mitgefühl.
Dein Eindruck, wie dich dein Partner behandelt, hat immer eine größere Bedeutung als Hormone und Geilheit.
Kommunikation braucht Achtsamkeit in dreifacher Hinsicht: die Achtsamkeit für sich selber, für das Gegenüber und für die Situation.
Das Geheimnis gelingender Kommunikation ist auf der ganz elementaren Ebene, dass das Gesagte so bei Ihnen ankommt, wie ich es gemeint habe. Dass Sie es nicht in den falschen Hals bekommen.
Wie ich mich zum Gesagten bewege, welchen Ton ich anschlage, ob ein Lächeln über mein Gesicht huscht, das gibt dir Hinweise, wie ich das Gesagte meine.
Im Austausch lassen sich viele Phänomene besser einordnen, weil andere sie auch schon erlebt haben.
Was macht ihr, wenn euch jemand angreift?“, fragte der Taekwondo-Meister. „Kämpfen!!!“, schrien die Kids. „Falsch! Wenn euch jemand angreifen will, redet erst mit ihm.
Das Liebespaar ist das Fundament und die Energiequelle Nummer eins für die ganze Familie.
Wir sind leider hinsichtlich unserer Beziehungen alle ein Stück weit mit dem Hollywoodmythos infiziert: Alle glänzenden Liebesgeschichten enden dort, wo der Alltag beginnt.
Berührung ist etwas Grundlegendes. Unser Leben entsteht aus Berührung, aus dem Dialog zwischen Ei- und Samenzelle. Schon in der achten Woche entwickelt sich der taktile Sinn beim Embryo und damit die Berührungsempfindung. Berührung ist unsere erste Sprache, sie begleitet uns ein Leben lang und ist überlebensnotwendig.
Grundlegend gibt es zwei Wahrnehmungswege: Berühren und Berührtwerden, Geben und Empfangen. Was berührt mich? Kann ich mich berühren lassen? „Es berührt mich“ erzählt von einer inneren Bewegung, dass etwas bei mir ankommt, mein Herz erreicht, mich inspiriert.
In unserem Gleichsein verbinden wir uns, in unserer Verschiedenheit wachsen wir.
Unser Mitgefühl und unsere Fürsorge teilen sich dadurch mit, wie wir sind. Machen Sie vor Ihrem Besuch eine Pause. Lassen Sie sich in die Gegenwart fallen – atmen Sie, spüren Sie Ihren Körper und wählen Sie bewusst eine mitfühlende Motivation.
Niemand ist ein Experte, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen oder um Führung geht.
Jede Geschichte ist es wert, gehört zu werden. Jeder hat etwas zu erzählen, was einen anderen Menschen in einer schwierigen Phase inspirieren kann.
Es zeigt sich, dass Menschen, wenn du geeignete Bedingungen schaffst, auf Freigebigkeit mit noch größerer Freigebigkeit antworten und auf Liebe mit noch mehr Liebe.
Auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen. Auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst.
Unser Mitgefühl kann sich nicht nur auf diejenigen beschränken, die wie wir aussehen oder unsere Staatsbürgerschaft oder Religion teilen; es muss auf der Grundlage unserer gemeinsamen Menschlichkeit alle mit einschließen.
Mögen alle Wesen glücklich und zufrieden sein und in Freiheit leben. Mögen meine Gedanken, meine Worte und mein Handeln dazu beitragen, dass ich und alle Lebewesen glücklich, zufrieden und in Freiheit leben.
Was immer wir nicht in Liebe umarmen können, hält uns gefangen.
Liebe kann sich in einem Gegenstand ebenso wie in einer Umarmung oder einem Kuss materialisieren – aber weder der Ring noch die Umarmung noch der Kuss sind für sich betrachtet Liebe.
Eines der Worte für diese Einheit, dieses Inter-Being oder Miteinander-zwischen-Sein ist „Liebe“. Mag sein, dass es ein Leben dauert, sie zu realisieren. Aber auf dem Weg ist man keineswegs einer Illusion auf der Spur, sondern nur der Realität, dem, was tatsächlich bereits ist.
Ohne Liebe fehlt dem Leben die Schwerkraft, ohne Freundschaft die Richtung. Denn die Liebe müssen wir ertragen, während wir die Freundschaft gestalten können.
So ist das Bergsteigen auch zum Spiegel einer guten Partnerschaft geworden: miteinander Grenzen ausloten, einander Rückhalt geben, sich trauen und einander vertrauen, zupacken und loslassen. Und am Gipfel gemeinsam innehalten, dankbar für das, was ist, und das, was trägt.
Jeder Mensch möchte einfach nur gesehen werden, geliebt werden, so wie er ist.
Berührung zu spüren und auf sie zu reagieren, ist die Grundlage dafür, dass wir uns als Person wahrnehmen. Ohne den Tastsinn wären wir nicht in der Lage zu überleben. Wir wüssten nicht, dass wir dieser Körper sind, ja nicht einmal, dass es uns gibt.
Die erste Liebe ist nicht nur ein Gefühl – sie ist eine körperliche Erfahrung: ein Sturm im Innern, der nicht durch Worte, sondern durch Blicke, Atem und Berührungen kommuniziert wird.
Ein weiter Blick hilft. Auf dich. Auf die Welt. Auf den Menschen, der dir gegenübersteht. Weite im Blick erzeugt Weite im Herzen.
Menschen sind so einzigartig wie Blumen. Jede Persönlichkeit wächst in ihrem eigenen Tempo und braucht andere Bedingungen, um sich entfalten zu können. Manche fallen sofort ins Auge, andere entfalten ihre Schönheit leise, im Unscheinbaren.
Du sollst deinen Nächsten lieben. Das heißt: wer immer gerade da ist. Nicht den Fernsten, sondern den, der dir gerade am nächsten ist. Als dich selbst – nicht wie dich selbst. Das ist eine falsche Übersetzung, denn wir haben nur ein Selbst. Es gibt nicht mehrere Selbste. Und als dieses Selbst lieben wir.
Zuhören verändert nicht nur denjenigen, der gehört wird, sondern auch den Zuhörenden selbst. Wer sich auf andere einlässt, erweitert seinen eigenen Blick auf die Welt. Man erkennt, wie unterschiedlich Menschen denken und fühlen, und entwickelt mehr Empathie.
Die transformierende Kraft des Zuhörens liegt in echter Präsenz. Es geht darum, für einen Moment ganz bei einem anderen Menschen zu sein – ohne Ablenkung und eigene Agenda.
Oft gibt es keine einfache oder schnelle Lösung – aber wenn wir es schaffen, das innere Klima durch Mitgefühl und Verständnis zu verändern, schafft das eine andere Basis zur Veränderung. So kann nach langfristigen Prozessen und Lösungen gesucht werden, die die Gesundheit des gesamten Systems unterstützen.
Ich glaube, die klügsten Menschen sind die, die zuhören können. Wenn wir offen sind, lernen wir von jeder Situation und jedem Menschen, dem wir begegnen.
Einst hielt sich der Buddha im Land der Sakyas in der Stadt Nagaraka auf. Sein Schüler Ananda trat zum Buddha und sagte: „Ehrwürdiger, gute Freundschaft, gute Weggemeinschaft und gute Gefährtenschaft machen die Hälfte des spirituellen Lebens aus.“ Der Buddha erwiderte: „Sag das nicht, Ananda! Sag das nicht! Gute Freundschaft, gute Weggemeinschaft und gute Gefährtenschaft machen das ganze spirituelle Leben aus.
Liebe ist eine Eigenschaft, die alle Menschen in sich tragen. Sie ist das stärkste Gefühl. Und sie ermöglicht uns, die Grenzen zwischen uns aufzulösen, sodass wir mit Menschen interagieren können, die vielleicht ganz anders sind als wir. Davon braucht die Welt mehr, besonders in diesem Moment.
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Was ist der Unterschied zwischen Wertschätzung und Empathie?
Empathie ist die Fähigkeit, das Erleben eines anderen nachzuvollziehen, sie ist zunächst wertfrei. Wertschätzung geht einen Schritt weiter: Sie erkennt den Wert dieses Erlebens an. Man kann jemanden verstehen, ohne ihn zu schätzen. Umgekehrt ist Wertschätzung ohne Verstehen meist nur höflich.
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