Wer mit Meditation anfängt, stößt schnell auf einen Widerspruch: Die Praxis soll nichts erreichen wollen, und man macht sie trotzdem, weil man sich etwas davon verspricht. „Meditiere nicht, um dich zu reparieren, zu heilen, zu verbessern, zu erlösen; praktiziere lieber aus einem Akt der Liebe heraus.” Jon Kabat-Zinn formuliert damit das, was viele der 99 Zitate auf dieser Seite umkreisen.
Es sind Sätze über Meditation, Atem, Stille und Übung, aus Interviews und Beiträgen in moment by moment seit 2016, jeweils mit Ausgabe und Seitenzahl. Unter den zitierten Stimmen sind Jon Kabat-Zinn, Christiane Wolf, Jack Kornfield, Pema Chödrön und Bruder David Steindl-Rast.
Praxis heißt nicht Technik
Ein Motiv kehrt auffällig oft wieder: Die eigentliche Praxis ist nicht das Sitzen auf dem Kissen, sondern das, was danach kommt. „Die eigentliche Meditationspraxis ist die Art und Weise, wie wir unser Leben leben, Moment für Moment … unter welchen Umständen auch immer.” Das Kissen ist die Übung, der Alltag die Prüfung.
Dazu passt die Entwarnung, die mehrere der Zitierten geben: Es gibt kein Gutsein in der Achtsamkeit. Wer bemerkt, dass er abgeschweift ist, hat nicht versagt. Dieses Bemerken ist der Moment der Achtsamkeit. Und: Schon wenige Minuten regelmäßige Übung bringen messbar mehr als seltene lange Einheiten.
99 Zitate über Meditation und Achtsamkeitspraxis
Eine der Lehren Buddhas ist, Heilsames zu kultivieren und Ungesundes loszulassen. Durch die Achtsamkeitspraxis beginnen wir, zu erfahren und zu verstehen, was heilsam ist und was ungesund. Das ist kein akademisches Lernen. Wir beginnen, zu verstehen, dass Vergebung, Mitgefühl oder Großzügigkeit heilsam sind und besser funktionieren.
Empirische Nachweise dafür, dass anhaltendes mentales Training das Gehirn sowohl strukturell als auch funktionell verändert, häufen sich.
Laut dem Buddha dient die Praxis der Achtsamkeit dem Lindern von Leiden.
Meditiere nicht, um dich zu reparieren, zu heilen, zu verbessern, zu erlösen; praktiziere lieber aus einem Akt der Liebe heraus, aus tiefer, herzlicher Freundschaft dir selbst gegenüber.
Der Sympathikus aktiviert alle Systeme, die mit Aktion verbunden sind, während der Parasympathikus für Ruhe und Entspannung sorgt. Dabei arbeiten sie trotz gegenteiliger Wirkungen eng zusammen, wie etwa bei der Koordination unseres Herzschlags oder unserer Atmung.
Das Gute ist: Wir können unser parasympathisches Nervensystem willentlich aktivieren. Wenn wir das tun, wird sein Counterpart, das sympathische Nervensystem, ruhiger.
Das Unbewusste schmuggelt mithilfe der Hand, die einfach schreibt, Wahrheiten, Wünsche, Sehnsüchte und Erkenntnisse aufs Papier, die der innere Kritiker normalerweise nicht durchgehen lässt.
Es gibt während des ganzen Retreats keinen Tag, an dem ich nicht am liebsten das Handtuch werfen und gehen würde. Es ist ungemütlich. Es ist schmerzhaft.
Unsere Gedanken schweifen zu lassen, kann uns tatsächlich dabei helfen, Probleme zu lösen, wenn die Konzentration darauf nicht funktioniert.
Mir erscheint es wichtig, auf die Stille zwischen und in den Geräuschen, den Klängen und dem Lärm zu hören.
Am zweiten Tag kamen die Wut und der Ekel. Dann die Scham und die Schuld. Und schließlich, da der Kopf kapitulierte, ein Loslassen all dessen, was Platz für ein mitfühlendes Mitgehen und Dabeisein schuf. ((Meditation im KZ Auschwitz))
Es geht darum, emotionale und kognitive Schleier durch Einsicht loszulassen und dadurch zunehmend klarer zu sehen. Wir müssen unser Verhalten maßgeblich verändern und lernen zu verstehen, was man in der Wissenschaft schon lange weiß: dass wir Teil des Planeten sind, dass wir aus identischen Elementen bestehen wie der Planet selbst.
Die Meditationspraxis ist eine Methode, um voll und ganz bei uns selbst zu sein und uns die Zeit und den Raum zu geben, alles mit Sanftheit, Freundlichkeit und absoluter Ehrlichkeit zu sehen.
Ein stiller Waldteich Versuche, achtsam zu sein, und lass die Dinge ihren natürlichen Lauf nehmen. Dann wird dein Geist in jeder Umgebung still werden wie ein klarer Waldteich. Alle Arten wunderbarer und seltener Tiere werden zu dem Teich kommen, um zu trinken, und du wirst die Natur aller Dinge klar erkennen. Du wirst viele eigenartige und wunderbare Dinge kommen und gehen sehen, doch du wirst unbewegt sein.
Während der Meditation, wenn man gefestigt, klar und wachsam im gegenwärtigen Moment verweilt, ist es, als ob die Welt und die Person, die wir zu sein glauben, für eine Weile verschwinden. In dieser Zeit haben wir keine Wahrnehmung für Namen, Geschlecht oder Status. Wir erfahren uns selbst nicht als Sohn oder Tochter, als Bruder oder Schwester, Ehemann oder Ehefrau oder als Elternteil. Wir betrachten uns selbst nicht als gut oder schlecht, intelligent oder dumm. Wir haben eine andere Dimension des Lebens betreten, die sich mit einem Gefühl des Wohlbefindens beschreiben lässt, das uns völlig normal und natürlich erscheint. Es ist, als würden wir nach Hause kommen. Wenn wir dann wieder unsere Augen öffnen und zur Welt der Beziehungen und Verpflichtungen zurückkehren, gibt uns die Erinnerung an diese andere, tiefgründige Dimension des Lebens eine neue Perspektive. Wir sind uns eines Reichs des Friedens in unserem Innern bewusst, das von den Höhen und Tiefen des täglichen Lebens unberührt bleibt. Wir nehmen zur Gänze teil an unserer Welt, aber betrachten sie nicht mehr ganz so ernst wie zuvor.
Beim buddhistischen Pfad geht es um das Loslassen jeglicher Identifikation mit der eigenen bedingten Erfahrung.
Es kommt darauf an, was du erreichen willst. Willst du den Pfad der Erleuchtung beschreiten oder einfach nur deine geistigen Funktionen verbessern, Stress bewältigen und mehr Gleichgewicht in dein Leben bringen? Letzteres kann man ziemlich leicht erreichen – aber Erleuchtung ist eine ganz andere Sache.
Der Wert des Körpers liegt darin, dass er der fühlende, wissende Teil ist. Schmecken, riechen, tasten, empfinden sind Sinneswahrnehmungen, die bestimmen, wie wir diese Welt wahrnehmen, wie wir Farbe oder Form erfassen, Bäume oder Äpfel fühlen – all das geschieht durch den Körper.
Wenn wir mit unserer Präsenz in den Körper zurückkehren, bemerken wir auch, dass unsere Gegenwärtigkeit nicht mit der Haut endet; es ist eine Empfindung, mit der der Körper Wachsamkeit, Fürsorge, Vernachlässigung oder was auch immer ausdrückt.
Die Stille fördert verdrängte Bedürfnisse und ungelebtes Leben zutage.
Kann ich irgendetwas tun, um Erleuchtung zu erlangen? So wenig, wie du dafür tun kannst, dass die Sonne morgens aufgeht. Was nützen dann die spirituellen Übungen, die ihr empfehlt? Sie sorgen dafür, dass du nicht schläfst, wenn der Sonnenaufgang beginnt.
Alles auf der Welt atmet: der Baum, die Katze, sogar das Bakterium. Der Kosmos atmet: Er dehnt sich aus, lebt eine Zeit lang und irgendwann wird er kontrahieren – ausatmen –, also vergehen. Alles kommt und geht, eins gibt sich dem anderen hin, wie Einatmung und Ausatmung.
Der Atem ist eine Brücke, die Geist und Körper, Himmel und Erde verbindet. Und es macht einfach Freude, frei atmen zu können!
Es geht beim Mindful Running nicht darum, schneller zu laufen und die nächste Bestzeit einzutüten, sondern darum, das eigene Körpergefühl wiederzubeleben. Es geht um gesunde Routinen, um weniger „Höher, Schneller, Weiter“ und vielmehr darum, wieder mit dem Körper, den eigenen Ressourcen und sich selbst in Einklang zu kommen.
Wir konzentrieren uns auf den Atem, werden abgelenkt und bemerken sogleich, dass wir raus sind. An dem Punkt können wir diesen inneren Beobachter nutzen, um zu einem Metabewusstsein, einer reflexiven Bewusstheit zu gelangen.
Emotionen sind im Grunde genommen ein Ansatz zur Problemlösung. Sie informieren uns über die Art unserer Probleme, sodass wir klarer darüber nachdenken können, wie wir diese angehen wollen.
Die Meditation hilft uns, zu erkennen, dass man unmöglich wissen kann, was als Nächstes passieren wird.
Sind wir in der Lage, unsere Psyche, sprich unser Denken und Fühlen, zur Ruhe kommen zu lassen, ist eine Verbindung zur Innenwelt und damit zu einer anderen Erkenntnis- und Wahrnehmungsebene realisierbar. Diese Ausrichtung nach innen ist nötig, da unsere Fokussierung auf die äußere Welt an ihre Grenzen gekommen ist.
Das Herz der Achtsamkeit ist für mich die Entdeckung und Kultivierung der Verbundenheit mit dem, was das Beste und Tiefste in uns Menschen ist. Besser: Das Herz der Achtsamkeit ist für mich die Entdeckung und Kultivierung der Verbundenheit mit dem Besten und Tiefsten in uns Menschen.
Für mich ist Achtsamkeit – nicht nur das Wort, sondern die darunter- und dahinterliegende Praxis der Achtsamkeit – der Weg zur Evolution unserer inneren Weisheit.
Es gibt auch kein Zentrum und ebensowenig eine Grenze des Gewahrseins. Das kannst du leicht selbst herausfinden. Gewahrsein reicht über die Grenzen deines Körpers hinaus.
Um zu erkennen, was wirklich wahr ist, müssen wir der Situation mit der Linse der Achtsamkeit begegnen.
In den meisten asiatischen Sprachen ist das Wort für Geist (mind) und Herz dasselbe. Wenn man also im Englischen Achtsamkeit (mindfulness) hört, sollte man gleichzeitig auch Herz (heartfulness) darunter verstehen.
Achtsamkeit selbst ist die Verkörperung von Güte sowie Mitgefühl, und zusammen mit der Meditation wird es ein radikaler Akt der Vernunft und der Liebe.
The real meditation practice is how we live our lives from moment to moment to moment.
Es geht nicht darum, gut in der Achtsamkeit zu sein, denn dabei gibt es kein Gutsein. Es ist dagegen sehr demütigend, Achtsamkeit zu praktizieren, denn ihr werdet als Erstes entdecken, wie unachtsam wir fast immer sind. Daher ist es erforderlich, den „Muskel“ zu trainieren, der uns zurück ins Wachsein bringt.
Das ganze Leben ist eine Meditationspraxis. Wenn wir das erkennen, übernehmen wir nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern auch dafür, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind.
Die eigentliche Meditationspraxis ist die Art und Weise, wie wir unser Leben leben, Moment für Moment … unter welchen Umständen auch immer.
Er trägt uns durch die Welt, aber wie oft hören wir wirklich auf unseren Körper? Wenn wir das tun, erwartet uns ein ganzes Universum voller Wunder.
Meine Aufgabe sehe ich darin, Wege zu finden, die Achtsamkeitspraxis auf eine Weise zu präsentieren, also über sie zu sprechen, zu schreiben und sie zu lehren, die sie wieder mit dem ethischen Rahmen verbindet, dem sie ursprünglich entstammt.
Wenn wir immer mal wieder in die Weite schauen, in das, was wir den Himmel nennen, kommen wir in Verbindung mit der inneren Weite. Die äußere Weite hilft, die innere zu enthüllen. Sie kann uns daran erinnern, dass es kein so starkes Reagieren braucht wie üblicherweise. Das wäre schon eine Einstiegsübung für etwas mehr Gelassenheit.
Die Grundausrichtung der Meditation besteht darin, dass man lernt, präsent mit den Empfindungen, Gefühlen und Geisteszuständen zu sein. Das ist natürlich eine gute Idee, denn man muss ständig mit sich selbst leben.
Die wahre Stille ist die ganze Zeit da. Sie liegt unter all der Aktivität und all dem L.rm und all den Klängen. Das ist die Stille unseres eigenen Seins. Wir könnten auch sagen: Präsenz.
Es geht nicht darum, dass man vor dem Lärm flieht. Das kann man vorübergehend tun, wenn man tiefer gehen will. Aber die Stille ist genau hier. Wenn wir in Kontakt mit dem Sein, der Präsenz, dem Gewahrsein sind, sind wir in Kontakt mit dieser Stille. Vielleicht bemerkst du sie zunächst nicht, weil es natürlich so leicht ist, sich auf all die Geräusche zu konzentrieren. Hör den Klang der Stille. Es ist eine große Sache, den Geist in Bewegung zu sehen.
Man vergleicht das Gewahrsein mit dem Himmel, während unsere Gedanken, Gefühle und die Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen, wie die Wolken sind. Ganz egal, wie sehr wir uns darum bemühen, besonders schöne Wolken zu finden, sie werden vorbeiziehen.
In unserem Leben beginnt alles mit einem Wunsch. Wonach wir verlangen, ist ein Willensakt, und ein Willensakt ist eine Absicht oder Motivation. Und das hat eine starke Wirkung.
Oft weiß ich gar nicht, wie ich mich in einer Situation fühle, bis ich in der Meditation, in dem von äußeren Ablenkungen zurückgezogenen Raum, einmal richtig hingehört oder besser gesagt „hingefühlt“ habe.
Unser Gehirn funktioniert so, dass der stärkste Reiz die Aufmerksamkeit bekommt, egal ob dieser Reiz körperlich, emotional oder inhaltlich ist.
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten der Neugier zu erspüren, ist eine spannende Achtsamkeitsübung: Wie ist Unterschwellige Gefühlst.nung?
Wieso gerade der Bodyscan gut beim Einschlafen hilft? Weil wir uns selbst helfen, aus dem Denken und Grübeln herauszukommen. Die Fü.e grübeln nicht und machen sich keine Sorgen um den nächsten Tag.
Letztlich müssen wir unser eigener Guru, unsere eigene Lehrerin sein. Je mehr sich unsere Praxis entfaltet, umso mehr sind wir in der Lage, diese innere Weisheit zu erkennen und ihr zu folgen.
In meiner Erfahrung ist es wichtiger, regelmäßig Kontakt mit einem oder auch mehreren Praktizierenden zu haben, als einen „offiziellen“ Lehrer zu haben.
In den letzten Jahren habe ich meine Achtsamkeitspraxis sehr darauf ausgerichtet, das bewusste Spüren zu lernen. Also weg vom Beobachten und ganz hinein ins Spüren. So nah an meinen Empfindungen dranbleiben, als würde ich auf ihnen surfen.
Ihr Körper möchte Ihnen etwas mitteilen, Sie müssen nur zuhören. Und in der Lage sein, dem zu vertrauen, was er Ihnen sagt.
Morgens aufstehen, Tee kochen, dann meditieren. So ist das Starten der Meditation zur Gewohnheit geworden, die Meditation selbst jedoch ist keine Routine.
Wenn eine bestimmte Meditation oder spirituelle Praxis zu einer Verringerung von Gier, Ärger, Ablehnung und Angst im Geist führt, dann können wir darauf vertrauen. Wenn wir feststellen, dass sie zu Klarheit, Offenheit und Verbundenheit führt, dann können wir darauf vertrauen.
Die ursprüngliche Absicht war, durch Meditation das eigene Leben besser zu verstehen, es ging und geht um Weisheit und Einsicht, nicht bloß um das bewusstere Trinken einer Tasse Tee. Viele Menschen glauben, Weisheit und Einsicht kämen durch den Prozess des Achtsamseins von ganz allein.
Mit der Meditation kann ich mich nicht im Schnelltempo zu einem tollen Menschen machen.
Das Herz ist unser Rhythmusgeber und bestimmt zusammen mit der Atmung den Lebensrhythmus. Diese beiden wunderbar synchronisierten Rhythmen geben dir ein schönes Lebensgefühl, können dir aber auch ganz schnell zeigen: Pass auf! Da musst du auf dich selbst schauen!
Man setzt sich auf seinen Hintern und macht nichts. Nicht lesen, nichts aufschreiben, nicht den Computer aufklappen. Man lässt den ersten Impuls zum Tun kommen und gehen, den zweiten auch, den dritten ...
Es war inspirierend für mich, für meine persönliche Praxis, zu wissen, dass die Meditation wirklich diese erstaunlichen Veränderungen in meinem Gehirn produziert, wenn ich mich auf das Meditationskissen setze. Besser: Für mich und meine persönliche Praxis war inspirierend, zu wissen, dass die Meditation wirklich diese erstaunlichen Veränderungen in meinem Gehirn produziert, wenn ich mich auf das Meditationskissen setze.
Es gibt Messergebnisse, die zeigen, dass schon ein paar Minuten Praxis einen Nutzen bringen.
Eine gesunde Stressregulation bedeutet, am richtigen Ort zur richtigen Zeit genau das Maß an Stress zu erzeugen und zuzulassen, das gefordert ist, um zu überleben.
Für mich ist eine Gewohnheit so etwas wie eine Abkürzung. Wir nehmen die Autobahn von A nach B, extra-schnell und extraeffizient. Aber sobald du auf diese Autobahn raufgefahren bist, kannst du nicht einfach umdrehen. So ist das auch mit den Gewohnheiten.
Die Effekte von Meditation müssen differenzierter betrachtet werden. Man sollte nicht einfach sagen: Bei jedem Menschen, der meditiert, wird das Immunsystem gestärkt und das Altern verlangsamt. Das stimmt so einfach eben nicht. Es hängt auch davon ab, wie alt oder wie krank du bist.
In meinen Augen gleicht Kreativität dem Auge eines Orkans. Sie ist der ruhende, stille und dennoch bewegte Punkt inmitten von Veränderung und wirbelnder, zuweilen chaotischer und rastloser Bewegung.
Wer um jeden Preis kreativ sein will, wird Probleme haben, den erforderlichen Zustand des Loslassens und der Stille zu erreichen, der allererst Kreativität aus sich entlässt.
Zu meditieren bedeutet vieles: unter anderem, ein Gespür für Gelegenheiten, aber auch für Notwendigkeiten zu entwickeln – und vor allem den Mut, sie dann zu ergreifen, gerade weil sich dadurch alles verändert.
Was trägt, wenn „nichts“ mehr da ist, woran man sich halten kann? Und tatsächlich ist und bleibt die Praxis des Nicht-Denkens und „nur Sitzens“ alles andere als ein lockerer, entspannter Spaß, obwohl Entspannung in einem tiefen Sinn durchaus eine der Früchte täglichen Meditierens sein kann.
Die Frucht der Übung ist das Vergessen der Übung – und ihr vollständiges „Abfallen“. Es geht um die Aufklärung des Bewusstseins, das Erwachen als Übergang in eine neue Freiheit. Und diese erfordert immer neue Übung, immer neue Übergänge, obwohl es nichts zu erreichen gibt.
Die Praxis der Meditation dient am Ende dazu, sich sowohl vom Können und Besitzen zu lösen wie vom Nicht-Können und Nicht-Besitzen. Am Ende ist es täglicher Tee und Reis. Nicht weniger als das – aber auch nicht mehr.
Die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten, ist die höchste Form der Intelligenz.
Du kannst dann zum Beispiel beobachten, dass der Atem tatsächlich eine Art von Rhythmus hat, der dich ständig beim Einatmen nährt und beim Ausatmen entspannt. Wenn du diesen Rhythmus spürst, wirst du tatsächlich feststellen, dass innerlich die Empfindung auftaucht, vom eigenen Atem beruhigt oder liebkost zu werden. Besser: Der Atem hat eine Art von Rhythmus, der dich ständig beim Einatmen nährt und beim Ausatmen entspannt. Wenn du diesen Rhythmus spürst, wirst du feststellen, dass innerlich die Empfindung auftaucht, vom eigenen Atem beruhigt oder liebkost zu werden.
Ich bin überzeugt davon, dass eine kontinuierliche Achtsamkeitspraxis eine Offenherzigkeit mir selbst, anderen und überhaupt allen Dingen gegenüber bewirkt. Und das ist auch in der Bildung mein Ziel – ein recht revolutionäres Ziel vielleicht.
Wer Achtsamkeit wirklich praktiziert, befindet sich mitten auf einem Weg, der allerlei Überraschungen bereithält – Überraschungen, die vor allem aus uns selbst hervorkommen.
Wer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit (Körper, Gefühl, Geist, Geistobjekte) sieben Tage entfalten kann, erreicht sein Ziel.
Achtsamkeit kann nicht nur erwünschte, sondern auch unerwünschte „Nebenwirkungen“ haben, weil das Praktizieren dieser Methode als ein starker psychologischer Katalysator im Sinne von Empowerment wirken kann.
Egal welche psychische Störung wir uns anschauen, sie würde nicht existieren, würden wir nicht denken.
Ironischerweise können uns Praktiken, die dazu geschaffen worden sind, uns mehr in der Gegenwart zu fühlen, in einem Zustand des Getrenntseins zurücklassen.
Ich glaube, dass uns sowohl die Meditationspraxis als auch die Psychotherapie viel zu bieten haben. Obschon wir nun versuchen, beide zu verflechten, sind sie in gewisser Weise komplementär.
In der eigenen Erfahrungswelt lassen sich mit der Zeit meist allgemeine Gesetzmäßigkeiten erkennen, z.B. die Tendenz des Geistes, Schönes festzuhalten und Unangenehmes abzuwehren.
Wir sollten einen Raum für Achtsamkeit erschaffen, der außerhalb von Nutzen, Leistung, Ergebnis und Verwertbarkeit steht.
Wir müssen unserem Geist Signale der Sicherheit senden, da wir von Natur aus auf Alarm geschaltet sind.
Wenn wir vertrauter damit werden, wie sich die Emotionen im Körper anfühlen, entwickeln wir eine Art Frühwarnsystem: „Oh, ich spüre eine Spannung ums Kinn und um die Augen. Ich habe Angst.“ Manchmal brauchen wir, dass uns unser Körper zeigt, was wir fühlen.
Wenn der Verstand zur Ruhe kommt, erhöht sich die Konzentration
Es geht wirklich um diesen Anfängergeist, wie man im Zen sagt. Es geht darum, so weit als möglich den Kopf auszuschalten.
Die Praxis der Achtsamkeit befähigt uns, Stellung zu beziehen, Prioritäten zu setzen und Dinge zu hinterfragen.
Diese Idee, dass Meditation mit einem Rückzug aus der Welt einhergeht, ist ein sehr großes Missverständnis. Ich finde, diese Idee, dass Meditation mit einem Rückzug aus der Welt einhergeht, ist ein sehr großes Missverständnis.
Bevor ein Gedanke auftaucht, bevor ein Gefühl dich überrollt – atmet dein Körper. Und zwar die ganze Zeit. Meistens unbeachtet. Dabei ist dieser Atem dein treuester Freund. Er ist das Erste, was du tust, wenn du auf die Welt kommst. Und das Letzte, wenn du gehst.
Das Körpergedächtnis vergisst nicht, auch wenn dein Kopf mal Pause macht. Und das darf er. Dein Kopf darf ruhig mal Kurzurlaub machen und ruhig bleiben. Denn dein Körper übernimmt zuverlässig.
Unsere Wahrnehmung der Realität ist niemals von dem Zustand unseres Nervensystems getrennt. Man könnte sogar sagen, dass wir die Welt nicht so wahrnehmen, wie sie ist, sondern so, wie wir sind. Das ist sowohl demütigend als auch ermächtigend.
Wenn Ihr Nervensystem in einem regulierteren Zustand ist, erscheint Ihnen die Welt tendenziell sicherer, offener und sogar voller Möglichkeiten.
Das Wichtigste ist, dranzubleiben. Zehn Minuten Übung jeden Morgen und Abend verändern Ihr Nervensystem effektiver als gelegentliche einstündige Übungen.
Seitdem ich mich intensiver mit den Abläufen in meinem Nervensystem beschäftige, wird mir immer bewusster, wie vieles wir nicht mit Verstand oder Willen beeinflussen können – weil wir schlicht und ergreifend aus unserer Evolution stammenden Prozessen unterliegen, die sich nicht leicht kontrollieren lassen.
Ich glaube, genau darin liegt das große Geschenk des Anfängergeistes. Er führt uns zurück zu einer Demut vor dem Leben.
Achtsamkeit ist eine Frage der Haltung. Meditation und Praxis wachsen aus einer inneren Haltung – sich selbst gegenüber, der Welt gegenüber und der Art, wie wir in dieser Welt leben.
Wie können wir so praktizieren, wie können wir unser Leben so gestalten, dass wir frische Blumen bleiben?
Durch das Nicht-Tun und indem man sich mit dem eigenen Geist anfreundet, wird eine andere Art von Intelligenz sichtbar – eine Intelligenz, die dem konzeptuellen Denken vorausgeht.
Die Meditationspraxis ist unser Weg, nicht länger mit uns selbst zu kämpfen oder uns gegen Umstände, Gefühle und Stimmungen zu wehren.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich meditieren?
Regelmäßigkeit schlägt Dauer. In einem der Zitate heißt es, zehn Minuten Übung morgens und abends veränderten das Nervensystem wirksamer als gelegentliche einstündige Einheiten.
Muss ich buddhistisch sein, um zu meditieren?
Nein. Ein Teil der hier zitierten Lehrenden steht in buddhistischer Tradition, andere kommen aus Medizin, Psychologie oder Philosophie. Die Praxis selbst ist an keine Konfession gebunden.
Weitere Zitate nach Thema
Das vollständige Archiv mit allen 817 Zitaten finden Sie in der Übersicht Achtsamkeit: Sprüche und Zitate.